Anfänger

Algebraische Schachnotation lesen und schreiben

Die algebraische Schachnotation zeichnet eine Partie auf, indem sie die gezogene Figur, ihr Zielfeld und wichtige Ereignisse wie Schlag, Schach oder Umwandlung nennt. Sobald du sie lesen kannst, kannst du Bücher verfolgen, Partien speichern, Analysen teilen und eine Stellung ohne Video rekonstruieren.

Die algebraische Schachnotation zeichnet eine Partie auf, indem sie die gezogene Figur, ihr Zielfeld und wichtige Ereignisse wie Schlag, Schach oder Umwandlung nennt. Sobald du sie lesen kannst, kannst du Bücher verfolgen, Partien speichern, Analysen teilen und eine Stellung ohne Video rekonstruieren.

Zuerst die Brettkoordinaten lernen

Wiederhole den richtigen Aufbau des Schachbretts und lerne dann die Koordinaten. Jedes Feld besitzt einen eindeutigen Namen aus dem Buchstaben seiner Linie und der Nummer seiner Reihe:

  • Die Linien reichen aus weißer Sicht von links nach rechts von a bis h.
  • Die Reihen laufen von der weißen zur schwarzen Seite von 1 bis 8.

Das rechte Eckfeld von Weiß heißt h1. Der weiße König beginnt auf e1, der schwarze auf e8. Die Feldnamen ändern sich nicht, wenn das Brett aus schwarzer Sicht betrachtet wird.

Deutsche Figurenkürzel und SAN/PGN

In deutschsprachigen Partieaufzeichnungen werden üblicherweise die deutschen Anfangsbuchstaben verwendet. Die SAN in einer PGN-Datei arbeitet dagegen mit den englischen Buchstaben KQRBN. Deshalb solltest du beide Konventionen erkennen:

| Figur | Deutsches Kürzel | SAN/PGN-Kürzel | |---|---:|---:| | König | K | K | | Dame | D | Q | | Turm | T | R | | Läufer | L | B | | Springer | S | N | | Bauer | kein Buchstabe | kein Buchstabe |

Welches Kürzel in einem Partieformular oder Buch steht, hängt von der erklärten Konvention ab. Bauern werden beim Schlagen über ihre Ausgangslinie oder sonst über das Zielfeld bestimmt, nicht durch einen Figurenbuchstaben.

Einen normalen Zug aufschreiben

Schreibe das Figurenkürzel direkt vor das Zielfeld:

  • Sf3 bedeutet, dass ein Springer nach f3 zieht (Nf3 in SAN/PGN).
  • Lb5 bedeutet, dass ein Läufer nach b5 zieht (Bb5 in SAN/PGN).
  • Te1 bedeutet, dass ein Turm nach e1 zieht (Re1 in SAN/PGN).

Bei einem Bauernzug ohne Schlag wird nur das Zielfeld notiert: e4, d5 oder h6.

Die Notation beschreibt den legalen Zug, nicht seinen körperlichen Weg. Sf3 verrät nicht, ob der Springer von d2, e1, g1 oder h2 kam, solange keine zusätzliche Information zur Unterscheidung nötig ist.

Einen Schlagzug aufschreiben

Setze ein x vor das Zielfeld:

  • Lxc6 bedeutet, dass ein Läufer auf c6 schlägt (Bxc6 in SAN).
  • Dxd5 bedeutet, dass eine Dame auf d5 schlägt (Qxd5 in SAN).
  • Txe8 bedeutet, dass ein Turm auf e8 schlägt (Rxe8 in SAN).

Bei einem Bauernschlag wird die Ausgangslinie ergänzt: exd5 bedeutet, dass der e-Bauer auf d5 schlägt. gxh8=D heißt, dass der g-Bauer auf h8 schlägt und sich in eine Dame umwandelt; in SAN/PGN lautet der Zug gxh8=Q.

Welche Figur geschlagen wurde, steht nicht in der algebraischen Standardnotation. Sie ergibt sich aus der Stellung.

Zeichen für Schach, Schachmatt und Ergebnis

Ergänze +, wenn der Zug Schach gibt, und #, wenn er schachmatt setzt:

  • Dh5+ — Dame nach h5, Schach (Qh5+ in SAN).
  • Txe8# — Turm schlägt auf e8, Schachmatt (Rxe8# in SAN).

Partieergebnisse werden so notiert:

  • 1-0 — Weiß hat gewonnen.
  • 0-1 — Schwarz hat gewonnen.
  • 1/2-1/2 — Remis.
  • * — Partie nicht beendet oder Ergebnis unbekannt.

Das Zeichen erzeugt das Ergebnis nicht. Die Brettstellung entscheidet, ob ein Zug Schach oder Schachmatt gibt.

Notation der Rochade

Die kurze Rochade heißt O-O, die lange Rochade O-O-O. Verwende große Buchstaben O und nicht die Ziffer Null.

Die Schreibweise ist für Weiß und Schwarz gleich. Zugnummer und Stellung zeigen, welche Seite rochiert hat. Lies die vollständigen Rochaderegeln, um die Legalität zu prüfen.

Notation der Umwandlung

Erreicht ein Bauer seine letzte Reihe, wird die neue Figur hinter dem Zielfeld ergänzt:

  • e8=D — der Bauer zieht nach e8 und wird zur Dame (e8=Q in SAN).
  • c1=S+ — der Bauer wird zum Springer und gibt Schach (c1=N+ in SAN).
  • fxg8=T — der f-Bauer schlägt auf g8 und wird zum Turm (fxg8=R in SAN).

Die Umwandlung gehört zum selben Zug. Zur Wahl stehen Dame, Turm, Läufer und Springer.

Notation des En-passant-Schlags

Ein En-passant-Schlag wird wie ein normaler Bauernschlag notiert, zum Beispiel exd6. Manche Aufzeichnungen ergänzen e.p., doch normalerweise zeigt die Brettstellung eindeutig, dass es sich um den Sonderfall handelt.

So funktioniert die Unterscheidung

Können zwei gleichartige Figuren legal dasselbe Zielfeld erreichen, fügt die Notation nur die Information hinzu, die zur Identifikation der ziehenden Figur nötig ist.

  • Sbd2 — der Springer von der b-Linie zieht nach d2 (Nbd2 in SAN).
  • T1e2 — der Turm aus Reihe 1 zieht nach e2 (R1e2 in SAN).
  • Dh4e1 — im seltenen Fall, dass eine Angabe nicht genügt, stehen Linie und Reihe dabei (Qh4e1 in SAN).

Es zählen nur legale Ausgangsfiguren. Ein gefesselter Springer, der seinen König durch einen Zug freigeben würde, erzeugt keine Mehrdeutigkeit.

Zugnummern und ein vollständiges Beispiel

Ein Zugpaar besteht aus einer Nummer, gefolgt vom weißen und schwarzen Zug:

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6

In SAN/PGN lautet dieselbe Folge 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6. Beginnt eine Aufzeichnung mit einem schwarzen Zug, können drei Punkte erscheinen: 12...Nf6.

Kommentare, Varianten, Uhrzeiten und Kopfdaten gehören zu Formaten wie PGN. Die Züge innerhalb einer PGN-Datei verwenden weiterhin SAN. Lies, wie PGN-Dateien funktionieren, um den vollständigen Partiecontainer zu verstehen.

Ein zuverlässiger Ablauf für die Notation

So schreibst du einen Zug:

  1. Bestimme die ziehende Figur und die verwendete Buchstabenkonvention.
  2. Prüfe, ob eine zweite gleichartige Figur das Ziel legal erreichen kann.
  3. Ergänze x, falls geschlagen wird.
  4. Schreibe das Zielfeld.
  5. Füge gegebenenfalls die Umwandlung hinzu.
  6. Baue die Endstellung auf und ergänze + oder # nur dann, wenn es stimmt.

Beim Lesen gehst du rückwärts vor. Nutze die aktuelle Stellung, um den legalen Ausgang zu finden, und führe den Zug aus, bevor du das nächste Element liest.

Häufige Notationsfehler

  • Deutsche Kürzel und KQRBN innerhalb einer PGN-Datei mischen.
  • Die geschlagene Figur statt des Zielfelds nennen.
  • Bei einem Bauernschlag die Ausgangslinie vergessen.
  • Für die Rochade Nullen verwenden.
  • + ergänzen, weil ein Zug die Dame statt des Königs angreift.
  • Die Unterscheidung weglassen, obwohl zwei legale Figuren dasselbe Feld erreichen.
  • Züge rekonstruieren, ohne die aktuelle Brettstellung fortzuführen.

Praktische Übung

Spiele die ersten zehn Züge einer langsamen Partie und schreibe sie von Hand auf. Rekonstruiere die Partie danach auf einem leeren Brett allein anhand deiner Notation. Jede Mehrdeutigkeit und jeder unmögliche Zug zeigt genau, welche Regel du wiederholen solltest. Für eine Speicherung als PGN wandelst du die lokalen Kürzel in SAN KQRBN um.

Häufige Fragen

Warum werden Bauernzüge ohne B geschrieben?

Die algebraische Notation verwendet keinen Buchstaben für den Bauern. Ein normaler Zug nennt das Zielfeld, ein Schlag zusätzlich die Ausgangslinie.

Was ist der Unterschied zwischen + und #?

+ bedeutet Schach mit mindestens einer legalen Verteidigung. # bedeutet Schachmatt: Es gibt keine legale Verteidigung.

Sind algebraische Notation und PGN dasselbe?

Nein. Die algebraische Notation beschreibt die Züge. PGN ist ein Textformat, das SAN-Züge zusammen mit Kopfdaten, Ergebnissen, Kommentaren und Varianten organisiert. Weitere Grundlagen findest du in den Schachlektionen für Anfänger.

Regelquelle: FIDE-Schachregeln, Anhang C.

Hilf, das 1chess.online-Pilotprojekt zu gestalten

Am Pilotprojekt teilnehmen
Was interessiert dich?