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Remisregeln im Schach: Patt, Wiederholung und mehr

Eine Schachpartie endet remis, wenn keine Seite gewinnt. Ein Remis kann durch Patt, eine tote Stellung, eine Vereinbarung, wiederholte Stellungen, eine lange Folge ohne Bauernzug oder Schlag sowie durch eine Zeitsituation entstehen, in der kein Matt möglich ist. Manche Remisfälle treten automatisch ein, andere erfordern eine korrekte Reklamation.

Eine Schachpartie endet remis, wenn keine Seite gewinnt. Ein Remis kann durch Patt, eine tote Stellung, eine Vereinbarung, wiederholte Stellungen, eine lange Folge ohne Bauernzug oder Schlag sowie durch eine Zeitsituation entstehen, in der kein Matt möglich ist. Manche Remisfälle treten automatisch ein, andere erfordern eine korrekte Reklamation.

Die Remisregeln im Überblick

| Remisart | Grundbedingung | Reklamation nach FIDE-Regeln nötig? | |---|---|---:| | Patt | Die am Zug befindliche Seite hat keinen legalen Zug und steht nicht im Schach | Nein | | Tote Stellung | Keine Seite kann durch irgendeine legale Zugfolge mattsetzen | Nein | | Vereinbarung | Beide Spieler stimmen gemäß Turnierregeln einem Remis zu | Beide Spieler sind beteiligt | | Dreimalige Stellungswiederholung | Dieselbe Stellung erscheint oder würde zum dritten Mal erscheinen | Ja | | Fünfmalige Stellungswiederholung | Dieselbe Stellung erscheint fünfmal | Nein | | 50-Züge-Regel | Je 50 Züge ohne Bauernzug oder Schlag | Ja | | 75-Züge-Regel | Je 75 Züge ohne Bauernzug oder Schlag | Nein | | Zeitüberschreitung ohne Mattmöglichkeit | Die Zeit läuft ab, aber der Gegner kann auf keine Weise mattsetzen | Kein Sieg; Remis |

Turnierverfahren und technische Umsetzungen auf Online-Plattformen können abweichen. Richte dich bei einer echten Reklamation nach der Turnierordnung und wende dich an den Schiedsrichter.

Patt

Patt liegt vor, wenn der Spieler am Zug mit keiner Figur einen legalen Zug ausführen kann und sein König nicht im Schach steht. Die Partie endet sofort remis.

Wird der König angegriffen und gibt es keine legale Verteidigung, ist das Ergebnis Schachmatt und nicht Patt. Kann ein anderer Bauer oder eine andere Figur ziehen, liegt ebenfalls kein Patt vor, auch wenn der König kein sicheres Feld hat. Der Leitfaden zu Schachmatt und Patt zeigt Beispiele mit Diagrammen.

Tote Stellung

Eine tote Stellung besteht, wenn kein Spieler den gegnerischen König durch irgendeine mögliche Folge legaler Züge mattsetzen kann. Die Partie endet sofort.

Eindeutige Beispiele sind:

  • König gegen König;
  • König und Läufer gegen König; und
  • König und Springer gegen König.

Verlasse dich in ungewöhnlichen Stellungen nicht allein auf eine auswendig gelernte Materialliste. Blockierte Bauern und zusätzliche Figuren können Fälle erzeugen, in denen die Mattmöglichkeit eine sorgfältige rechtliche Prüfung verlangt. Entscheidend ist, ob irgendeine legale Zugfolge zum Matt führen kann, nicht ob sich das Matt gegen beste Verteidigung erzwingen lässt.

Remis durch Vereinbarung

Die Spieler dürfen sich auf Remis einigen, wenn die Turnierregeln es erlauben. Nach den aktuellen FIDE-Schachregeln müssen beide Spieler mindestens einen Zug ausgeführt haben. Eine Veranstaltung kann Remisangebote einschränken, etwa indem sie Vereinbarungen vor einer bestimmten Zugzahl verbietet.

Am Brett lautet das übliche Verfahren: eigenen Zug ausführen, Remis anbieten und anschließend die Uhr drücken. Der Gegner kann annehmen, mündlich ablehnen oder durch einen Zug ablehnen. Wiederhole Angebote nicht so oft, dass sie den Gegner stören.

Eine ausgeglichen wirkende Stellung ist nicht automatisch remis. Die Vereinbarung ist eine Entscheidung der Spieler und kein Bewertungszeichen.

Dreimalige Stellungswiederholung

Ein Spieler darf Remis reklamieren, wenn dieselbe Stellung nach einem beabsichtigten legalen Zug mindestens zum dritten Mal entstehen würde oder gerade mindestens zum dritten Mal entstanden ist. Die Vorkommen müssen nicht unmittelbar aufeinanderfolgen.

„Dieselbe Stellung“ bedeutet mehr als eine identische Figurenaufstellung:

  • derselbe Spieler muss am Zug sein;
  • Figuren derselben Art und Farbe müssen auf denselben Feldern stehen; und
  • die möglichen Züge müssen gleich sein, einschließlich Rochade- und En-passant-Rechten.

Sind ein König oder ein Turm gezogen und zurückgekehrt, kann das Brett identisch aussehen, obwohl die Rochaderechte verschieden sind. Für die Stellungswiederholung sind das nicht dieselben Stellungen. Auch eine En-passant-Möglichkeit kann zwei ansonsten identische Brettbilder unterscheiden.

Halte dich bei einer Reklamation am Brett an das formelle Verfahren, bevor du den Zug ausführst, auf dem die Reklamation beruht. Halte die Uhr an und rufe den Schiedsrichter. Spiele den Zug nicht zuerst in der Annahme, die Reklamation bleibe gültig.

Fünfmalige Stellungswiederholung

Erscheint dieselbe Stellung mindestens fünfmal, endet die Partie nach FIDE-Regeln automatisch remis. Kein Spieler muss dies reklamieren.

Diese automatische Regel ist von der reklamierbaren dreimaligen Wiederholung getrennt. Online-Plattformen erkennen in der Regel beide Fälle anhand des vollständigen Partieverlaufs.

Die 50-Züge-Regel

Ein Spieler darf Remis reklamieren, wenn die letzten 50 Züge jedes Spielers — also 100 einzelne Halbzüge — ohne Bauernzug und ohne Schlag erfolgt sind. Die Reklamation kann auch auf einem beabsichtigten Zug beruhen, der diese Folge vervollständigen wird.

Jeder Bauernzug und jeder Schlag setzt den Zähler auf null zurück. Schachgebote, Königszüge, Turmzüge und nicht schlagende Figurenzüge setzen ihn nicht zurück.

Der Halbzugzähler der FEN-Notation speichert die Zahl der einzelnen Halbzüge seit dem letzten Bauernzug oder Schlag. Bei einer Turnierreklamation sind jedoch die offizielle Partieaufzeichnung und das vorgeschriebene Verfahren maßgeblich.

Die 75-Züge-Regel

Werden von jedem Spieler 75 Züge ohne Bauernzug und ohne Schlag ausgeführt, endet die Partie automatisch remis. Setzt der letzte Zug matt, hat das Schachmatt Vorrang und beendet die Partie.

Der praktische Unterschied lautet: Nach 50 Zügen entsteht ein Recht zur Reklamation; nach 75 Zügen tritt das Remis automatisch ein.

Remis bei Zeitüberschreitung

Normalerweise verliert ein Spieler, wenn er die erforderlichen Züge nicht vor dem Fallen seines Blättchens ausführt. Die Partie endet jedoch remis, wenn der Gegner den König dieses Spielers aus der Endstellung durch keine mögliche Folge legaler Züge mattsetzen kann.

Geprüft wird die Möglichkeit und nicht ein erzwungenes Matt. Ein Spieler kann ohne realistische Gewinnmethode dennoch auf Zeit gewinnen, wenn eine legale Mattfolge existiert. Informiere dich über Bedenkzeiten im Schach und frage in einem strittigen Fall den Schiedsrichter.

Dauerschach ist keine eigene Remisregel

„Dauerschach“ bezeichnet eine Situation, in der die Schachgebote unbegrenzt fortgesetzt werden können. Das eigentliche Remis entsteht gewöhnlich durch dreimalige oder fünfmalige Stellungswiederholung, Vereinbarung oder eine andere anwendbare Regel. Eine Schachserie wird nicht nach einer beliebigen Anzahl automatisch remis.

Praktische Checkliste für eine Reklamation

Bevor du am Brett Remis reklamierst:

  1. Bestimme die genaue Regel.
  2. Bewahre die aktuelle Stellung und die Partieaufzeichnung.
  3. Verändere die Figurenstellung nicht.
  4. Beachte den vorgeschriebenen Zeitpunkt der Reklamation.
  5. Halte die Uhr nur so an, wie es die Regeln erlauben, und rufe den Schiedsrichter.
  6. Formuliere die Reklamation eindeutig, statt eine vage Stellungsbewertung abzugeben.

Eine unberechtigte Reklamation kann eine Zeitgutschrift oder eine andere Folge nach sich ziehen. Unterscheide daher zwischen einer formellen Reklamation und einem Remisangebot.

Häufige Fehler bei den Remisregeln

  • Einen eingesperrten König patt zu nennen, obwohl eine andere Figur ziehen kann.
  • Drei wiederholte Züge als Beweis für drei identische Stellungen anzusehen.
  • Bei der Wiederholung das Zugrecht oder verlorene Rochaderechte zu übersehen.
  • Zu glauben, die 50-Züge-Regel zähle 50 einzelne Halbzüge statt 50 Züge jeder Seite.
  • „Unzureichendes Material“ nur anhand von Punktwerten zu beurteilen.
  • Dauerschach als eigenständige automatische Regel zu behandeln.
  • Erst nach dem Zug zu reklamieren, obwohl der beabsichtigte Zug vorher notiert werden musste.

Häufig gestellte Fragen

Ist die dreimalige Stellungswiederholung automatisch?

Nach FIDE-Regeln muss sie reklamiert werden. Die fünfmalige Stellungswiederholung ist automatisch.

Setzt ein Bauernschlag den 50-Züge-Zähler zurück?

Ja. Jeder Schlag und jeder Bauernzug setzen den Zähler zurück.

Kann eine Partie trotz großen Materialvorteils remis enden?

Ja. Patt, Wiederholung, Vereinbarung oder eine andere Remisregel können unabhängig vom Materialvorteil gelten.

Ist König und Läufer gegen König remis?

Ja, weil mit diesen Figuren keine legale Zugfolge zum Schachmatt führen kann.

In den weiteren Schachlektionen für Anfänger kannst du diese Remisregeln mit legalen Zügen und Partieenden verknüpfen.

Regelgrundlage: FIDE-Schachregeln, Artikel 5, 6 und 9.

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